Was versteht man unter Aufstellungsarbeit?
Es gibt Familienaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Problemaufstellungen, Zielaufstellungen, und viele andere.
In der Aufstellung werden innere Bilder des Klienten über persönliche, partnerschaftliche, familiäre oder berufliche Zusammenhänge und Probleme freigesetzt und sichtbar gemacht. Das Aufstellen ermöglicht die systemischen Vernetzungen zwischen dem Klienten und den Mitgliedern einer Familie oder eines Problemsystems mit der relevanten Umwelt zu erkennen und ein neues Verständnis der Situation zu erhalten. Auch für den Begleiter einer Aufstellung kann das Bild des Klienten von der Situation deutlicher werden, oft wird der Begleiter offenbar ausgeblendete Anteile vorsichtig nachfragen und schon dadurch lösend wirken.
Wenn das Bild freigesetzt ist, werden durch Fragestellungen z.B.über die Beziehung der einzelnen Personen untereinander, zirkuläre Fragen über möglicherweise unterschiedliche Sichtweisen der anderen, oder Einladung zu Zielvorstellungen und mögliche Lösungwege neue Ideen des Klienten angeregt. Dadurch können in den Beratungsprozeß neue Sichtweisen einfließen die weiterführend sind.
Man kann mit Personen aufstellen, diese Form ist derzeit als "Aufstellungsgruppe" wohlbekannt. Es wirkt oft überraschend und berührend, wenn die "aufgestellten" TeilnehmerInnen mit großem Einfühlungsvermögen die emotionalen Inhalte artikulieren, die der Klient durch seine Aufstellungsarbeit ja selbst strukturell vorgegeben hat. Die eigene gegenwärtige Position und die der anderen Beteiligten wird damit verständlicher. Es liegt am Begleiter, vorsichtig von dieser Momentaufnahme und vielleicht dem Gefühl der blossen Bestätigung der Problemsicht weg zu Lösungsmöglichkeiten zu führen, an denen die Aufstellungsteilnehmer teilhaben.
Ebenso gut kann man aber in der häufigeren Arbeit mit Einzelklienten, mit einem Paar oder einer Familie eine Aufstellung mit Gegenständen durchführen, z.B. mit Figuren am Familienbrett, mit Symbolen wie Steinen, Münzen, mit im Raum verteilten Pölstern und Sesseln. Dabei ist es wichtig die Sichtweisen der anderen durch gezielte Fragen mit einzubeziehen. Hier ist es ebenso berührend, wie der Klient selbst durch Einfühlung in die Position der verschiedenen Symbole, Draufstellen auf die ausgelegten Polster, Setzen auf die aufgestellten Sessel usw. seine eigene Empathie für das Gesamtsystem entdeckt und seine Lösungen selbst erarbeitet.
Was mir wesentlich erscheint bei Aufstellungsarbeit in der Beratung, ist der Ansatz der Gewinnung zusätzlicher Information für den Klienten. Dabei ist es nötig, sehr respektvoll mit den aufgestellten Situationen umzugehen, Interpretationen sehr vorsichtig und sparsam einzubringen, keine Festschreibungen zu setzen, eher von der gegenwärtigen Situation aus mögliche Lösungen oder Zielbilder zu stellen oder mit dem Klienten durch Umstellen der Positionen zu suchen, wie sich alle besser fühlen könnten.
Interessant erscheint mir zu reflektieren: an welchem Zeitpunkt in einem Beratungsprozeß und von wem wird eine Aufstellung vorgeschlagen?
Wenn man Aufstellungen mit Personen in einer Gruppe macht, erfordert das eine zusätzliche fundierte Weiterbildung um damit kompetent umzugehen, da es zu vielfältigen Erfahrungen führt, für die man in der Beratung ausgebildet sein sollte.
Es gibt verschiedene Formen der Aufstellungsarbeit.
Begonnen hat schon Moreno in seiner Psychodramaarbeit, er stellte Szenen auf bzw. – dar und durch das Sichtbar-, Erlebbar- und Spielbarmachen wird das psychische Drama verändert.
Später kam die Skulpturarbeit durch Virginia Satir, speziell in der Ausbildung und Arbeit von Familientherapeuten zum Zug. Vielfach konnte durch die räumliche Darstellung einer Problemfamilie eine mindestens dreidimensionale Wirkung erzielt werden, die neue Sichtweisen in bestehende alte Probleme brachte und dadurch lösend wirkte. Es war faszinierend und das Verständnis für die systemischen Zusammenhänge wuchs entscheidend.
Inzwischen haben sich einige Richtungen herausgebildet, die mehr oder weniger Aufstellungsarbeit systematisieren, lehrbar machen - oder vermarkten.
Gefahren im Umgang mit Aufstellungsarbeit in der Beratung sehe ich dann – |